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25.06. Offizieller Start der MTP-Website
"Wir wollen praxisnahe Perspektiven aufzeigen"



Zur Mitte des Monats wurden die Arbeiten zur Teilnahme am MTP-Online-Projekt abgeschlossen. Die Website erlaubt nun eine vernetzte Steuerung der Meet The Professional Aktivitäten von Rotary in der Region Hannover.
Schüler der gymnasialen Oberstufe ausgewählter Schulen können sich nun im Internet für ein Gespräch zur Berufsfindung registrieren. Die optimale Karriereplanung des Nachwuchses wird damit clubübergreifend durch die Rotarier unterstützt.
Im Interview befragten wir den Koordinator des Projektes Herrn Dr. Christian Rimpler nach ersten Resonanzen und seiner Motivation.
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Wie ist der aktuelle Status von MTP?
Die MTP-Website läuft, wir haben die Testphase abgeschlossen. Es gab noch kleinere Probleme, aber die konnten wir alle lösen. Ich habe leider nicht von allen Koordinatoren eine Rückmeldung erhalten. So konnte ich entsprechende Änderungen, falls es diese gab, nicht vornehmen. In unserem Club sind alle drei Koordinatoren aktiv und wir haben das Projekt in den Schulen vorstellen können.
Wie war die Resonanz?
Die Schulleiter waren begeistert, haben aber auch einräumen müssen, dass es für den diesjährigen Abiturjahrgang zu spät kommt. Wir haben an einigen Stellen etwas länger gebraucht als gedacht. Wichtig ist nun, dass die Koordinatoren diese Möglichkeit immer wieder in der Schule präsentieren. Die Schüler können jederzeit an unserem Programm teilnehmen, wenn sie sich Gedanken um ihre berufliche Zukunft machen wollen.
Sie haben aktuell acht Schulen angebunden. Wie ist die weitere Vorgehensweise?
Die Maßnahmen haben gerade erst begonnen. Drei weitere Rotary Clubs bekunden schon jetzt ihr Interesse. Jeder Club sollte zwei Schulen betreuen, damit der Betreuungsaufwand zu Beginn nicht zu hoch wird. Wir gehen schrittweise vor, schauen wie es angenommen wird und wie viel Beratungen tatsächlich anfallen. Der Erfolg steht und fällt mit der Akzeptanz an den Schulen. Hier muss zunächst das Lehrerkollegium begeistert werden, so dass unser Angebot in den Klassen ankommt.

Wollen Sie das Projekt über die neuen Medien wie Facebook oder StudiVZ bewerben?
Ich selbst bin nicht in diesen Netzwerken tätig. Wenn wir über die Schule nicht genügend Resonanz bekämen, dann sollten wir schrittweise die Aktivitäten in diese Richtung erhöhen. Zuerst reicht aber die klassische Ansprache über die Klassen eventuell unterstützt durch die Verteilung von Flyern.
Führt dieser Medienbruch nicht zu einem Aufmerksamkeitsverlust?
Natürlich wenden wir uns an die digital natives. Deren Reaktion auf das neue Angebot können wir nur schwer einschätzen. Aber wir verfügen mit den Beratungsleistungen auch immer über das Zeitbudget der Rotarier, die zum großen Teil noch berufstätig sind. Wir wollen etwas Gutes tun, aber müssen auch immer Rücksicht nehmen auf unsere Mitglieder. Deshalb wählen wir anfangs die konservative Strategie es zunächst regional, schulbezogen und sehr persönlich zu gestalten.
Was war Ihre Motivation dieses Vorhaben voranzutreiben?
Als ich auf der Suche nach entsprechenden Beratern war, habe ich eine überraschende Erkenntnis gemacht: Die Mitglieder bei Rotary decken fast jeden Beruf in fast jeder Branche ab – und das zumeist in Spitzenpositionen. Wenn wir diese ernorm hohe Qualität wirklich nutzen wollen, müssen wir die Ressource sehr gezielt einsetzen. Zudem habe ich selbst in meiner Karriere zwei große Richtungswechsel vollzogen. Beide waren maßgeblich durch rotarische Einflussnahme motiviert. Ich bin diesen Menschen heute sehr dankbar, dass Sie mich bei der Karriereplanung so „väterlich“ unterstützt haben.
Können Sie ein Beispiel nennen?
Ich habe Chemie und Pharmakologie studiert. Wenn man in der chemischen Industrie aufsteigen möchte, benötigt man ein breites betriebswirtschaftliches Wissen. Deshalb wollte ich neben den anderen Studiengängen auch noch in die BWL reinhören. Diesen Zahn des ewig Studierenden hat mir ein rotarischer Freund meines Vaters schnell gezogen. Stattdessen sollte ich das Studium zügig beenden und mir in einer praktischen Tätigkeit das nötige Wissen aneignen. Ich holte mir das betriebswirtschaftliche Know-how als Konzentrat in Echtzeit nach Abschluss der Promotion in einem Tochterunternehmen einer Bank, welches auf Beratung und M & A spezialisiert war.
Es war für Sie ein wichtiger Ratschlag aus dem Berufsleben?
Ja und genau das wollen wir mit MTP auch erreichen. Wir wollen die Studienberatung der Universitäten, die öffentlich verfügbaren Angebote und die elterlichen Ratschläge ergänzen. Wir wollen praxisnahe Perspektiven aufzeigen und die Interessierten mit Detailinformationen aus dem Arbeitsleben ausstatten.

Dann können Sie sich vorstellen, das Beratungsangebot auf eine ältere Zielgruppe auszudehnen?
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Ich selbst habe meine Beratungen auch später im Leben bekommen. Wir wollten mit dem bisherigen Angebot einen Anfang machen. Mein Traum ist es, MTP zunächst auf Distrikt-Ebene und dann in ganz Deutschland anzubieten. Eines Tages werden wir uns auch global vernetzen, so dass beispielsweise jemand einen Support für seine Masterarbeit im Bereich Logistik in Sydney suchen kann. Das dauert zwar noch etwas, aber man darf ja schon mal träumen.
Wie sehen die nächsten Schritte aus?
Ich engagiere mich im nächsten Jahr wieder im Berufsdienst meines Clubs. Diese Zeit möchte ich dazu nutzen, erste Beratungen im Bereich der gymnasialen Oberstufe zu organisieren. Es wird sich dann auch herausstellen, wie viel Perspektiven mit dem Projekt verbunden sind, mit dem Ziel die bestehenden Rotary-Netzwerke in den Clubs auch digital zu verbinden.
Wollen Sie das Programm auch öffentlichkeitswirksam präsentieren?
Ja, das haben wir auch schon getan. Wir haben Mitte Juni eine Pressekonferenz durchgeführt und in den lokalen Printmedien eine gute Berichterstattung erhalten. Das ist gut für MTP, weil die Website beworben wurde und es ist gut für das Image von Rotary. Im weiteren Verlauf sind noch viele Maßnahmen denkbar. Bei einem Budget von zirka 5.000 Euro waren die Grenzen aber schnell erreicht.
Sind Sie zufrieden mit dem bisherigen Erfolg zufrieden?
Ich freue mich, dass es jetzt richtig losgeht. Mein persönlicher Erfolg konzentriert sich darauf, dass es mir gelungen ist, im lokalen rotarischen Netzwerk Mitstreiter zu finden. So konnten wir ein interessantes Angebot mit fünf teilnehmenden Clubs und aktuell 119 Berufen auf die Beine stellen. Nach dieser Startphase wird es immer leichter. Wir müssen nun dranbleiben und immer wieder an die bestehenden Möglichkeiten erinnern.
Vielen Dank für das Gespräch, ich wünsche Ihnen ein weiterhin gutes Gelingen!
[Das Interview führte Kay Bartelt]
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Freitag, 25. Juni 2010/web407
Letzte Änderung: 29.06.10/web407
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